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Bedeutung für Sicherheit und Ehrenamt

Zu kurz gedacht?

Über die dramatischen Folgen des Freibadumbaus für die öffentliche Sicherheit, wenn dieser wie geplant umgesetzt wird.

Nach unserem Gespräch mit dem Vorstand der Troisdorfer DLRG Ortsgruppe und des Sub-Aqua-Clubs sind wir doch ziemlich fassungslos.

Haben da eventuell Politiker mit der Delegation der Umbauentscheidung an die Troikomm das Ausmaß ihrer Verantwortung nicht erkannt?

Haben die Verantwortlichen der Troikomm und des Agguas bei ihren Analysen im Vorfeld der Planungen – wir gehen mal davon aus, dass solche nach bewährten betriebswirtschaftlichen Standards durchgeführt wurden – eventuell nur Segmente ihrer Kundschaft betrachtet und die Bedürfnisse gesellschaftlich relevanter Kunden des Agguas vernachlässigt?

Insbesondere die Konsequenzen für die DLRG sind dramatisch und perspektivisch sind davon alle Troisdorfer betroffen.  Die DLRG Troisdorf hat über 600 Mitglieder. Es gibt im Kreis weitere, kleinere Ortsgruppen aber Troisdorf ist das Ausbildungszentrum für alle anderen Ortsgruppen. Somit sprechen wir von rund 5.000 betroffenen Rettungsschwimmern im gesamten Kreis und rd. 600.000 Bewohnern.

Panikmache? Mitnichten!

Die DLRG ist fester Bestandteil der Katastrophenhilfe. Das heißt, wenn irgendwo im Kreis ein Katastrophenfall ausgerufen wird, muss sie ran. Sei es die Evakuierung eines Campingplatzes, Schafe auf einer von Hochwasser bedrohten Wiese, Gebäudesicherung bei Bedrohung durch Wasser....alles Einsatzgebiete der DLRG.

Dazu kommen die „regulären“ Einsätze. Einmalig im Kreisgebiet ist, dass die Troisdorfer DLRG automatisch von Polizei und Feuerwehr verständigt werden, wenn ein Notruf mit den Schlüsselwörtern „Bergung“ und „Wasser“ eingeht, weil sie eben die personellen Ressourcen mit den in einem solchen Notfall benötigten Kompetenzen vorhält.

Zu den „regulären“ Einsatzbereichen gehören:

  • Vermisste/verunglückte Personen im oder am Wasser
  • Im Wasser treibende Personen oder Tiere,
  • Bergung von Kraftfahrzeugen und anderen Sachen
  • Ausbildung von Rettungskräften, Polizei, Feuerwehr, Schwimmbadpersonal und Lehrern

Werden die Umbaupläne so durchgeführt, wie jetzt geplant ist, verliert die DLRG in Troisdorf praktisch ihre Daseinsberechtigung. Sie können nicht mehr für den Ernstfall trainieren, sowohl was die körperliche Fitness als auch die Handhabung bestimmter Rettungswerkzeuge betrifft und sie können nicht mehr ausbilden. Dafür gibt es ganz spezifische, festgeschriebene Wassertiefen – die dann noch vorhandenen max. 2 m reichen nicht – und auch Sprünge aus einer Höhe von mehr als 1 m – mehr gibt das Aggua dann nicht mehr her – müssen für Einsätze, Ausbildungen und Schwimmabzeichen zwingend trainiert bzw. absolviert werden.

Was bedeutet das, wenn Rettungskräfte, Polizei und Feuerwehr solche Einsätze nicht mehr professionell üben können?

Einsätze laufen in Gefahr von schlecht ausgebildeten Rettungskräften durchgeführt zu werden.
Jeder Einsatz bedeutet ohnehin schon eine Selbstgefährdung für die Rettungskräfte, dieses Risiko erhöht sich sprunghaft, wenn diese nicht gut ausgebildet und über eine optimale körperliche Fitness verfügen.
Den Rest kann sich jeder selbst ausmalen.

Was bedeutet das für Lehrer und deren Aufsichtspflicht?

Ein Bereich, den man nicht sofort bedenkt, ist sicherlich die Ausbildung von Lehrern. An dieser Stelle möchten wir doch ganz gezielt an die Befürworter der Umbaumaßnahmen appellieren, die bisher ihr Augenmerk ausschließlich auf die Erhöhung des Spaßfaktors bei den Umbauplänen gelegt haben.

Wir reden da jetzt nicht nur von Sportlehrern, die mit ihren Schülern – wenn sie bei den begrenzten Möglichkeiten im Stadtgebiet – überhaupt die Möglichkeit haben, regelmäßig im Rahmen des Sportunterrichts ins einzige Troisdorfer Hallenbad zu kommen. Nein, wir reden auch über die vielen Lehrer, die mit Ihren Schülern zum Schulausflug ins Schwimmbad gehen, einen Spaziergang am Wasser entlang machen oder – nicht so selten heutzutage- eine Klassenfahrt an die See oder mit dem Schiff machen. Ein einfaches Schwimmabzeichen Bronze, Silber oder Gold - wie viele Glückliche, die das noch in der Schule gemacht haben – reicht in einem solchen Fall nicht aus. Es muss mindestens ein Rettungsschwimmabzeichen Silber sein, das zudem auch regelmäßig aufgefrischt werden muss. Das ist nicht allen Lehrern und Eltern bewusst, aber alles andere wäre grob fahrlässig! Geht aber in Troisdorf dann nicht mehr!

Wir wollen ja jetzt keine übertriebene Panikmache betreiben, meinen aber sehr wohl, dass die Vorbereitung von Rettungskräften, Bademeistern und Lehrern auf möglichst jeden erdenklichen Ernstfall so gut wie eben möglich sein sollte.

Zusammenfassend kann man drastisch zuspitzen:
Wenn 5.000 Rettungsschwimmer im Rhein-Sieg-Kreis, Bademeister, Schwimmlehrer und eine unbekannte Zahl von weiteren Lehrpersonen nicht über die notwendige körperliche Fitness und Qualifikationen verfügen, weil sie keine Möglichkeit mehr haben um notwendige Kompetenzen zu erlernen, kontinuierlich ihre Fähigkeiten zu üben und Fitness zu trainieren, keine Rettungsschwimmer-Zertifikate ablegen - oder verlängern können, ist das eine massive Qualitätseinbuße mit Folgen für alle Bewohner im Kreisgebiet.

Ob das alle an den Entscheidungsvorgängen und Umbauplanungen bei ihrem Tun berücksichtigt haben? Uns scheint die Frage mehr als berechtigt. Wer wird die Verantwortung übernehmen, falls etwas passiert?

 
 

Thema

Am 14. August 1938 wurde das Troisdorfer Strand- und Sportbad eröffnet.

Lesenswerter Artikel zum 75.Geburtstag des Freibades aus der Ausgabe 2/2013 des Stadtwerkemagazins InTro: "...Immerhin war es in der damaligen Zeit das erste weit und breit, das über ein imposantes Schwimmerbecken verfügte..."

DGfdB-Freibadbefragung 2018: Steigerung der Besucherzahl um 56%

An bundesdurchschnittlich 115 Betriebstagen kamen 61.188 Besuchen pro Freibad. 2017 waren es 41.316. Eine Steigerung um 56% - in NRW sogar um 70% im Vergleich zum Vorjahr.

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