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FAQ

Die Stadt will das Freibad modernisieren. Die Bürgerinitiative möchte das Freibad erhalten. Modernisierung heißt aber nicht Abschaffung. Warum dann das Ganze?

Das stimmt, Modernisierung bedeutet nicht Abschaffung. Aber faktisch läuft der geplante Umbau darauf hinaus. Alle jetzt vorhandenen Becken werden zugeschüttet und sollen Wasserspielplatz-Attraktionen weichen. Als Ersatz für das Schwimmerbecken wird auf einer an das Hallenbad angrenzende Terrasse ein Becken mit vier 25 m Bahnen und einer Tiefe von 1,35 m entstehen. Für Nichtschwimmer und kleine Kinder wird es nach dem Umbau viele Möglichkeiten geben, aber Springer und Schwimmer werden im dann wahrscheinlich immer noch „Freibad“ genannten Bereich keine Optionen mehr haben.

Wer hat über die Baumaßnahme zu entscheiden?

Eigentlich der Stadtrat, der sich aus 51 gewählten Vertretern aus 7 Fraktionen und einem fraktionslosen Mitglied zusammensetzt. Jedenfalls hätte der Rat die Kompetenz, diese Frage an sich zu ziehen. Stattdessen hat der Rat die Entscheidung per Beschluss an den Aufsichtsrat Troikomm GmbH (Kommunale Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft der Stadt) als Dachgesellschafter des Betreibers, der Aggua GmbH delegiert.

Was soll die Baumaßnahme kosten?

Wir warten z.Zt. auf die Kostenschätzung der TroiKomm.

Die Stadt zahlt beim Betrieb des Agguas drauf. Kann sie sich das leisten?

Keine Frage, eine Stadt muss sorgfältig wirtschaften. Aber Troisdorf steht finanziell im Vergleich mit Nachbarkommunen noch relativ gut da. Ein öffentliches Schwimm- oder Freibadbetrieb ist niemals ausschließlich über die Entgelte der Nutzer zu finanzieren. Hier verhält es sich exakt so wie mit anderen Einrichtungen, z.B: Theater, Museen, Bibliotheken etc.

Durch den Querverbund der kommunalen Unternehmen unter dem Dach der TroiKomm würden die Kosten für die Sanierung auf der Ausgabenseite ausschließlich die TroiKomm, nicht unmittelbar den städtischen Haushalt belasten. Da zu dem Querverbund auch die finanzstarken Stdtwerke gehören, ist es praktisch ausgeschlossen, dass die Kommune durch diese Investition in eine finanzielle Schieflage gerät. Eine Sanierung würde vor allem die Gewinnabführungen an die Stadt entsprechend schmälern.

Derzeit sind am Kapitalmarkt für Kommunen und öffentliche Unternehem nach wie vor langfristige Kredite zu äußerst günstigen Konditionen zu erhalten. Inverstoren würden sich vermutlich darum reissen der TroiKomm die benötigten Gelder zur Verfügung zu stellen.

Was ist gefällt vielen nicht an den geplanten Maßnahmen?

Zielgruppen wie Schwimmer, Jugendliche, Springer, Rentner, Frühschwimmer, Menschen mit Saisonkarten etc. werden völlig außen vorgelassen. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf Familien mit Kindern und andere Zielgruppen für ein Spaßbad. Damit wird dessen Attraktivität, vor allem für Besucher die gar nicht aus Troisdorf kommen, erhöht. Diese Kunden ermöglich dem Aggua eine bessere Kostendeckung über die Eintrittspreise, während die Kosten für ein normales Schwimmbad ausschließlich den Nachbarkommunen aufgehalst wird.

Wo können zukünftig Troisdorfer ein Freibad mit Schwimmerbecken besuchen, wenn die pläne umgesetzt werden?

Siegburg, Sankt-Augustin, Bonn, Köln oder Bad-Honnef zum Beispiel. Aber: Die Finanzsituation in diesen Kommunen ist zum Teil wesentlich angespannter als in Troisdorf. Ist das fair? Und können unsere Nachbarn diese Last überhaupt tragen, oder werden Sie ihre Angebote dann nicht irgendwann auch aufgeben. Schließlich müssen Sie in Zukunft auch 2/3 des Eintrittspreises der Besucher aus Troisdorf subventionieren.

Das Aggua hat eine Besucherbefragung durchgeführt, warum nicht das Ergebnis einfach akzeptieren?

Befragt wurden 449 Personen von denen lediglich 195 aus Troisdorf kamen. Die Befragung war geführt, indem man vorbereitete Antworten ankreuzen konnte. An keiner Stelle wurde erwähnt, dass nach dem Umbau ein Schwimmen und das Springen vom Sprungturm nicht mehr möglich sein wird. Zu diesem Schluss musste man selbst kommen. Es gab zwar ein freies Feld für eigene Ideen, aber da der Abbruch der vorhandenen Anlagen nie wirklich der Öffentlichkeit präsentiert wurde, musst man sich schon ausführlicher mit den Plänen beschäftigt haben, um auf die Die Idee zu kommen, im Freifeld für den Erhalt des Schwimmer- und Sprungbeckens zu plädieren.

Zudem stellt sich die Frage, wenn die Antworten mehrheitlich aus dem Umland kamen, brauchen wir dann die Modernisierung überhaupt? Die Hausherren beklagen ja, dass der Betrieb des Agguas defizitär ist. Bedeutet das, dass Troisdorf mehrheitlich für Bürger aus dem Umland in das Aggua investiert?

Die Besucherzahlen für das Freibad sind rückläufig, das Freizeitverhalten hat sich verändert. Wofür brauchen wir noch ein Freibad?

Stimmt nicht! Die Besucherzahlen für öffentliche Freibäder sind 2018 in Deutschland, in Nordrhein-Westfalen und auch im Rhein-Sieg-Kreis förmlich explodiert. Die Steigerungsraten liegen regional unterschiedliech zwischen 50 und 80%.

Einzige Ausnahme: Troisdorf mit weiterem Besucherrückgang. Irgendwie seltsam - oder?

Der Stadtrat hat schon entschieden, dass die Troikomm freie Hand bei der Modernisierung hat. Was kann man jetzt noch machen?

Ein Bürgerbegehren mit dem Ziel, dass sich die Verantwortlichen besinnen, dass man den Betrieb eines Schwimmbades nicht rein wirtschaftlich betrachten darf.

Mit den öffentlichen Vertretern das Gespräch suchen und die eigene Sichtweise präsentieren. In Zeiten, in denen immer weniger Menschen schwimmen können, darf die Reaktion der Stadt nicht sein, die einzige Außen-Schwimmanlage weg zu rationaliseren.

Was ist ein Bürgerbegehren?

Das Bürgerbegehren ist ein Instrument der direkten Demokratie auf kommunaler Ebene. In wichtigen Angelegenheiten können die Bürger einer Stadt, einer Gemeinde oder eines Landkreises einen Antrag auf die Durchführung eines Bürgerbegehrens stellen. Dieser Antrag, der von einem bestimmten Anteil von Wahlberechtigten unterzeichnet werden muss, wird Bürgerbegehren genannt.

Das Verfahren ist in §26 GO NRW geregelt.

Auf Landes- bzw. Bundesebene wird dieses Verfahren als Volksbegehren bezeichnet.

Wie läuft ein Bürgerbegehren konkret ab?

  • Mindestens zwei Bürger aus der betreffenden Kommune melden das Bürgerbegehren bei der Verwaltung an.
  • Die Stadt ermittelt bzw. schätzt die Folgekosten des Bürgerbegehrens für die Kommune im Erfolgsfall.
  • Die Initiatoren formulieren die den Bürgern zur Abstimmung vorzulegdne Frage. Dazu haben wir uns juristischen Beistand geholt, das ist in Arbeit.
  • Die Initiatoren können eine vorprüfung, ob das Bürgerbegehren formal die Zulassungskriterien erfüllt beantragen. Wir beabsichtigen das zu tun.
  • Der Rat entscheidet formal über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens
  • Die Initiatoren sammeln die Unterschriften. Benötigt werden mindestens 6 % der Stimmen aller kommunalwahlberechtigten Bürger (ab 16 Jahre und wohnhaft in Troisdorf).
  • Sind die Unterschriften gesammelt, kann das Bürgerbegehren offiziell eingereicht werden. Die Verwaltung prüft die Unterschriften.
  • Der Stadtrat kann dem Bürgerbegehren nun folgen. Lehnt er das ab, muss ein Bürgerentscheid durchgeführt werden.
  • Die Durchführung eines Bürgerentscheides liegt dann in den Händen der Stadt

Was ist das Ziel des Bürgerbegehrens „Aggerfreibad retten“?

Ziel des Bürgerbegehrens ist es, in Troisdorf ein Freibad im herkömmlichen Sinne zu erhalten. Dazu sollen aus Sicht der Initiator*innen mindestens das 50 m lange Schwimmerbecken und das Sprungbecken mitsamt einem an die aktuellen Sicherheitsvorschriften angepassten Sprungturm saniert und auf diese Weise langfristig erhalten werden.

Wäre eine Entscheidung der Bürger*innen bindend?

Erst mal nein. Ist es den Initiatoren eines Bürgerbegehrens gelungen, die notwendige Anzahl Unterschriften zu sammeln, wird das Begehren zunächst auf formale Zulässigkeit geprüft und dann dem Stadtrat zur Beratung vorgelegt. Dieser hat nun die Möglichkeit in einer bestimmten Frist über die Annahme oder Ablehnung des Bürgerbegehrens zu entscheiden. Lehnt der Rat das Bürgerbegehren mehrheitlich ab, kommt es zum Bürgerentscheid.

Im Bürgerentscheid können alle wahlberechtigten Bürger einer Kommune nach den Grundsätzen der freien, gleichen und geheimen Wahl über die zur Abstimmung gestellte Sachfrage entscheiden. Der Bürgerentscheid wird behandelt wie ein Ratsbeschluss, d. h. der Bürgerentscheid ist bindend.

 
 

Thema

Am 14. August 1938 wurde das Troisdorfer Strand- und Sportbad eröffnet.

Lesenswerter Artikel zum 75.Geburtstag des Freibades aus der Ausgabe 2/2013 des Stadtwerkemagazins InTro: "...Immerhin war es in der damaligen Zeit das erste weit und breit, das über ein imposantes Schwimmerbecken verfügte..."

DGfdB-Freibadbefragung 2018: Steigerung der Besucherzahl um 56%

An bundesdurchschnittlich 115 Betriebstagen kamen 61.188 Besuchen pro Freibad. 2017 waren es 41.316. Eine Steigerung um 56% - in NRW sogar um 70% im Vergleich zum Vorjahr.

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