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Der Rat der Stadt Troisdorf hat ohne Bürgerbeteiligung jede Verfügung über das ehemals kommunale Freibad endgültig in nichtöffentliche Gremien der Betreibergesellschaften verschoben. Das bedeutet eine Beseitigung aller vorhandenen Schwimmbecken und deren Ersatz durch ein einziges Nichtschwimmerbecken. Die Wasserfläche wird auf 1/5 reduziert. Das ehemalige Freibad wird durch einen Spielplatz ersetzt. Das geplante Angebot ist primär auf Familien mit kleineren Kindern ausgelegt und legt auf aktives Schwimmen keinen Wert mehr. Die Inanspruchnahme der geplanten Attraktionen wird nach unserer Einschätzung den Aufenthalt für alle Besuchergruppen verteuern und die Interessen von Jugendlichen, Rentnern und Vereinen werden vernachlässigt. Im Rahmen der Schließung anderer kommunaler Badeanstalten früher gegebene Versprechen werden nicht eingehalten.
 

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Für die eins-zu-eins-Sanierung des Aggerfreibades gäbe es von der Förderung des Schwimm- und Wassersportes und unserer Vereine über den Erhalt einer historisch begründeten Schwimm- und Kulturstätte bis zum Erhalt eines für alle Schichten attraktiven, erschwinglichen und gesundheitsfördernden Freizeitangebotes viele Argumente - aber offenbar keine Lobby.

Trotzdem hat niemand eine eins-zu-eins-Sanierung gefordert. Wenn unser Bürgerbegehren Erfolg hat, würde dennoch die vorhandene Wasserfläche trotz Neubau des „Pooldecks“ um ca. 20% verkleinert, die Außenrutsche wird abgebaut, die Nichtschwimmer- und Kleinkind-Becken werden zugeschüttet. Na gut! Zusätzliche Angebote für Kinder und ein beheiztes Nichtschwimmerbecken befürworte ich natürlich auch.

Es geht darum in Zukunft trotzdem das Schwimmen für sportliche und gesundheitsbewusste Besucher zu ermöglichen und die Bereiche zu erhalten, die auch für jugendliche und ältere Menschen attraktiv sind.

Es wäre die Aufgabe der Politik in Troisdorf, einen gesellschaftlich tragfähigen Kompromiss für ein modernes Bad zu finden, statt auf Grundlage falscher oder fadenscheiniger Argumente an der Legende der betriebswirtschaftlich einzig vernünftigen Lösung zu basteln. Unabhängig davon sollten Erholungsräume für die Bürger und Bereiche, in denen soziales und ehrenamtliches Engagement stattfinden, wie ich finde auch weiterhin von der rein betriebswirtschaftlichen Betrachtung verschont bleiben.

Aufgabe der Politik wäre unsere Gesellschaft aktiv zu gestalten, unterschiedliche gesellschaftliche Interessen zu moderieren und tragfähige Kompromisse zu finden. Wenn ein verändertes Freizeitverhalten als Grund zur Beseitigung der Freibäder taugt, was tun wir, wenn das Politikverhalten sich undemokratisch weiterentwickelt? Zusehen und die Parlamente irgendwann schließen?

Uns wurde vorgehalten, die Aussage, das Freibad würde geschlossen sei nicht objektiv - schließlich würde nur umgestaltet und modernisiert. Tatsächlich aber sollen die vorhandenen 2.400 qm großen Schwimmbecken zugeschüttet und durch einen Neubau von 500 qm ersetzt werden. Öffentliche Freibäder bieten je 1.000 Einwohner im Bundesdurchschnitt 50 qm Wasserfläche (Sportstättenstatistik der Länder). Troisdorf hätte nach dem Umbau 6 qm. Kann man da ernsthaft von einem Freibad sprechen? Ich finde, das kommt der Schließung gleich.

Auch nicht stichhaltig ist das Argument, eine 4,8 Mio teure Investition würde zwangsläufig zu Eintrittspreisen führen, die niemand mehr bezahlen könne. Jeder, der sich damit beschäftigt findet schnell heraus, dass ein Freibad selten mehr als 30% der Kosten erwirtschaftet. Es ist noch niemand bei klarem Verstand der absurden Idee verfallen, die Kosten vollständig auf den Eintrittspreis umzulegen. Natürlich handelte es sich um ein subventioniertes Erholungsangebot an die Bürger und um eine Investition in die Attraktivität Troisdorfs als Wohn- und Lebensort. Das wäre Stadtentwicklung mit dem Ziel junge, gebildete und kreative Menschen nach Troisdorf zu ziehen. Ich bezweifle, dass das vorliegende, einseitige Konzept in dieser Richtung ausreichend durchdacht ist.

Und wer auf die Kosten verweist sollte dabei nicht unterschlagen, dass das AGGUA, auch wenn man die Spaß- und Saunabereiche isoliert betrachtet keineswegs eine Goldgrube ist. Wir Steuerzahler subventionieren auch die eher hochpreisigen Angebote, die keineswegs von allen genutzt werden. Warum also nicht das Freibad?

 
 

Thema

Am 14. August 1938 wurde das Troisdorfer Strand- und Sportbad eröffnet.

Lesenswerter Artikel zum 75.Geburtstag des Freibades aus der Ausgabe 2/2013 des Stadtwerkemagazins InTro: "...Immerhin war es in der damaligen Zeit das erste weit und breit, das über ein imposantes Schwimmerbecken verfügte..."

DGfdB-Freibadbefragung 2018: Steigerung der Besucherzahl um 56%

An bundesdurchschnittlich 115 Betriebstagen kamen 61.188 Besuchen pro Freibad. 2017 waren es 41.316. Eine Steigerung um 56% - in NRW sogar um 70% im Vergleich zum Vorjahr.

Bedeutung für Sicherheit und Ehrenamt

Über die dramatischen Folgen des Freibadumbaus für die öffentliche Sicherheit, wenn dieser wie geplant umgesetzt wird.

Ein Freibad für alle Troisdorfer

Gesellschaftliche Mitbestimmungsrechte jetzt nutzen! Zugunsten eines attraktiven Freizeitangebotes in unserer Stadt

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